Was muss hinter dem QR-Code auf der Weinflasche stehen?
Das Zutatenverzeichnis und die vollständige Nährwertdeklaration pro 100 ml, in der Sprache des Verkaufslandes. Dazu dürfen weitere Pflichtangaben kommen, aber keine Verkaufs- oder Werbeinhalte. Die Seite darf keine Nutzerdaten erheben oder verfolgen.
- Name des Weins und Jahrgang, damit der Käufer weiß, dass er die richtige Seite sieht.
- Zutatenliste mit hervorgehobenen Allergenen.
- Nährwerttabelle pro 100 ml.
- Optional: Allergene noch einmal, Hinweise zur Entsorgung (in Italien Pflicht, digital möglich).
- Nicht erlaubt: Shop, Preise, Newsletter, Social-Media-Buttons, Analyse-Skripte, Cookie-Banner.
Statischer oder dynamischer QR-Code?
Für Wein fast immer ein Code auf eine feste, kurze Adresse, die Sie oder Ihr Dienstleister dauerhaft kontrollieren. Viele „dynamische“ QR-Dienste leiten über eigene Server um, zählen Scans und schalten den Code ab, wenn das Abo endet. Beides ist für ein E-Label problematisch.
Das Zählen von Scans ist Tracking und auf der E-Label-Seite nicht erlaubt. Ein Abo, das nach einem Jahr ausläuft, macht tausende gedruckte Etiketten wertlos. Einer der häufigsten Gründe für defekte Codes, die die französische Verbraucherorganisation CLCV im September 2025 fand.
Unsere Empfehlung: eine kurze Adresse pro Wein, ohne Umleitung über Dritte, ohne Parameter, und ein Vertrag, der regelt, wie lange die Seite nach einer Kündigung erreichbar bleibt.
Was muss neben dem QR-Code auf dem Etikett stehen?
Das Wort „Zutaten“ in der Sprache des Verkaufslandes, damit der Käufer weiß, was er findet. Die Kommission hat im November 2023 klargestellt, dass ein Symbol wie „i“ allein nicht genügt (Fragen und Antworten zur Delegierten Verordnung (EU) 2023/1606).
Erlaubt ist auch „Zutaten und Nährwerte“ oder bei mehrsprachigen Etiketten „Zutaten · Ingrédients · Ingredienti“. Das Wort muss dieselbe Mindestschriftgröße haben wie die übrigen Pflichtangaben, also 1,2 mm x-Höhe.
Wo soll der QR-Code auf dem Etikett sitzen?
Auf dem Rückenetikett, auf einer glatten, möglichst flachen Stelle, nicht über einer Prägung oder Heißfolie. Neben ihm stehen das Wort „Zutaten“ und, am besten in der Nähe, Brennwert und Allergene, damit der Käufer alle Gesundheitsangaben an einer Stelle findet.
Auf stark gewölbten Flaschen wie Bocksbeutel oder schmalen Schlegelflaschen verzerrt die Krümmung große Codes. Dann hilft ein etwas kleinerer Code mit kurzer Adresse und mehr Ruhezone. Dunkle Codes auf hellem Grund scannen am zuverlässigsten; invertierte oder farbige Codes nur nach Test.
Was kostet eine E-Label-Lösung?
Öffentliche Preise reichen von kostenlos für wenige Etiketten bis etwa 1.500 € pro Jahr für unbegrenzte Etiketten bei reinen Plattformen (Stand der Preisseiten im November). Dazu kommt Ihre Zeit für Eingabe, Übersetzung und Prüfung. Bei uns kostet das E-Label mit geprüftem Rückenetikett ab 290 € pro Jahr für 5 Weine.
Den ausführlichen Vergleich finden Sie auf der Seite E-Label für Wein.
Wie groß muss der QR-Code sein?
Eine Mindestgröße ist nicht vorgeschrieben. Er muss zuverlässig scanbar sein. In der Praxis sind etwa 15 × 15 mm plus Ruhezone das untere Ende, 18 bis 20 mm sind auf rauem Papier oder gewölbten Flaschen sicherer.
Kurze Adressen ergeben grobere, besser lesbare Codes. Testen Sie vor dem Druck mit mehreren Telefonen auf dem Originalpapier. Details zu Etikettengrößen: Größe und Mindestschriftgröße.
Welche Fehler machen QR-Codes auf Weinflaschen unbrauchbar?
Abgelaufene Abos bei QR-Diensten, umgebaute Webshops, fehlende Sprachen, veraltete Werte und Seiten mit Tracking. Die meisten Fehler sind nicht technisch, sondern organisatorisch: Niemand ist für die Seite verantwortlich, sobald das Etikett gedruckt ist.
| Fehler | Folge | Vermeiden durch |
|---|---|---|
| QR-Dienst mit Abo | Code tot nach Abo-Ende | Feste Adresse, Vertrag über die Laufzeit |
| E-Label im Webshop | Werbung und Tracking auf der Seite | Eigene Seite ohne Skripte |
| Nur eine Sprache | Unverständlich im Exportland | Sprachen aller Verkaufsländer |
| Werte vom Vorjahr | Falsche Angaben | Update zu jedem Jahrgang |
| „i“ statt „Zutaten“ | Neudruck nötig | Prüfung vor dem Druck |
Fragen von Winzern
Muss jeder Wein einen QR-Code haben?
Nein. Der QR-Code ist nur ein Weg, Zutaten und Nährwerte nicht aufdrucken zu müssen. Wer beides vollständig auf das Etikett druckt, braucht keinen Code.
Darf der QR-Code auch Informationen zum Recycling enthalten?
Ja, Entsorgungshinweise dürfen auf derselben Seite stehen; in Italien ist das ein üblicher Weg für die Umweltkennzeichnung. Werbung und Tracking bleiben verboten.
Was passiert, wenn der QR-Code nicht mehr funktioniert?
Dann fehlen auf der Flasche Pflichtangaben. Das kann bei einer Kontrolle beanstandet werden. Deshalb ist eine dauerhafte Adresse wichtiger als jede Gestaltung des Codes.
Darf ich den QR-Code farbig gestalten oder ein Logo hineinsetzen?
Ja, wenn er zuverlässig scanbar bleibt. Testen Sie jeden gestalteten Code auf dem Originalpapier mit mehreren Telefonen, bevor Sie drucken.
Kann ich einen kostenlosen QR-Code-Generator nutzen?
Für den Code selbst ja, wenn er statisch auf eine Adresse zeigt, die Sie kontrollieren. Entscheidend ist die Seite dahinter, nicht der Generator.
Darf der QR-Code auf die Startseite meines Weinguts führen?
Nein, wenn dort Werbung, Shop oder Tracking ist. Er muss auf eine Seite führen, die nur die E-Label-Informationen zeigt.
Ein Code pro Wein oder pro Jahrgang?
Ein Code pro Wein genügt, wenn die Seite zu jedem Jahrgang aktualisiert wird und Flaschen älterer Jahrgänge nicht mehr im Handel sind. Sonst eine Seite pro Jahrgang.
Quellen
Auswahlkriterien: Wir zitieren zuerst amtliche Texte (EUR-Lex, nationale Rechtsportale), dann benannte Erhebungen mit Herausgeber.
- Regulation (EU) 2021/2117 (EUR-Lex)
- Delegated Regulation (EU) 2023/1606 (EUR-Lex)
- Regulation (EU) No 1308/2013 (EUR-Lex)
- CLCV, wine labelling survey, September 2025 (PDF)
Aktualisiert am 2. November 2026 vom Team WineLex
