Welche Angaben braucht ein österreichisches Weinetikett?

Die EU-Pflichtangaben (Kategorie, Alkohol, Volumen, Herkunft, Abfüller, Los, Allergene, Brennwert, Zutaten, Nährwerte) und je nach Stufe die österreichischen Angaben: Weinbaugebiet oder DAC-Herkunft und staatliche Prüfnummer beim Qualitätswein.

Welche Angaben braucht ein österreichisches Weinetikett?
StufePflicht zusätzlich zur EU-ListeBeispiel
Wein (ohne g.U./g.g.A.)Herkunft „Österreichischer Wein“ oder „Wein aus Österreich“Österreichischer Wein, Weißwein
Landwein (g.g.A.)WeinbauregionLandwein Weinland
Qualitätswein (g.U.)Weinbaugebiet, staatliche PrüfnummerQualitätswein Kamptal, Prüfnummer …
DAC-Wein (g.U.)DAC-Bezeichnung nach den Regeln des Gebiets, PrüfnummerWeinviertel DAC
PrädikatsweinPrädikat, Gebiet, PrüfnummerBeerenauslese, Neusiedlersee

Vereinfachte Übersicht. Die DAC-Verordnungen der einzelnen Gebiete regeln Sorten, Stufen und teils Etikettenbegriffe.

Wie bekommt ein Qualitätswein die staatliche Prüfnummer?

Durch einen Antrag mit chemischer Analyse und sensorischer Prüfung nach dem Weingesetz 2009. Erst mit der Prüfnummer darf der Wein als Qualitätswein in Verkehr kommen. Die Nummer gehört auf das Etikett.

Die Analyse für die Prüfnummer liefert genau die Werte, die Sie für Brennwert und Nährwerttabelle brauchen: Alkohol, Restzucker, Gesamtsäure. Wenn Sie sie uns gleich schicken, ist das E-Label fertig, sobald die Prüfnummer vorliegt.

Viele österreichische Qualitätsweine tragen außerdem die rot-weiß-rote Banderole am Verschluss. Ob und wie sie für Ihren Wein vorgesehen ist, klären wir beim Check im Einzelfall.

Was ändert sich durch die DAC-Regeln am Etikett?

DAC-Weine (Districtus Austriae Controllatus) müssen die Vorgaben ihres Gebiets einhalten: zugelassene Sorten, Mindestalkohol, teils Herkunftsstufen wie Gebietswein, Ortswein und Riedenwein. Wer eine Gemeinde oder eine Ried nennt, braucht die passende Stufe.

Weil die Regeln von Gebiet zu Gebiet verschieden sind, lohnt sich ein Blick in die jeweilige DAC-Verordnung oder in die Etikettierungshilfen der Österreich Wein Marketing. Wir prüfen beim Check, ob Herkunftsangaben und Stufe zusammenpassen.

Reicht das deutsche Etikett für Österreich?

Für deutsche Weine, die in Österreich verkauft werden, meist ja: Die Sprache ist dieselbe, die EU-Angaben sind identisch, die deutsche Prüfnummer genügt. Österreichische Weine brauchen dagegen die österreichischen Angaben wie die staatliche Prüfnummer und die Herkunftsregeln des Weingesetzes.

Kleine sprachliche Unterschiede gibt es kaum. „Enthält Sulfite“ ist in beiden Ländern üblich. Für die E-Label-Seite genügt eine deutsche Fassung für beide Märkte.

Welche Fehler sehen wir auf österreichischen Etiketten?

Die gleichen wie überall, plus einige österreichische Besonderheiten: Ried oder Gemeinde ohne passende Herkunftsstufe, DAC-Begriffe bei nicht zugelassenen Sorten und E-Label-Seiten, die nur auf Deutsch vorliegen, obwohl der Wein über Importeure nach Belgien, in die Niederlande oder nach Skandinavien geht.

  • „Enthält Sulfite“ nur auf Deutsch bei Export in andere Sprachräume.
  • QR-Code ohne das Wort „Zutaten“.
  • Ried auf dem Etikett ohne die dafür vorgesehene Stufe.
  • Brennwert vom Vorjahr bei geändertem Alkohol.
  • E-Label im Webshop mit Statistik-Skripten.

Wer kontrolliert Weinetiketten in Österreich?

Die Bundeskellereiinspektion kontrolliert Weinbaubetriebe und Handel, auch die Etikettierung. Die staatliche Prüfnummer wird nach Analyse und Verkostung vergeben. Bei Beanstandungen kann die Charge bis zur Korrektur gesperrt werden.

Was gilt für Sekt aus Österreich?

Österreichischer Sekt mit geschützter Ursprungsbezeichnung folgt einer eigenen Qualitätspyramide mit den Stufen Klassik, Reserve und Große Reserve, jeweils mit Vorgaben zu Herkunft, Methode und Hefelager. Dazu kommen die EU-Angaben für Schaumwein: Geschmacksangabe nach Zuckergehalt und Hersteller.

Für die Zutatenliste gelten dieselben Regeln wie in Deutschland: Fülldosage und Versanddosage dürfen als solche genannt werden. Sekt mit langem Hefelager, der vor dem 8. Dezember 2023 erzeugt wurde, darf noch mit dem bisherigen Etikett verkauft werden.

Welche Angaben haben in Österreich Bedingungen?

Jahrgang und Sorte verlangen wie überall in der EU mindestens 85 % aus dem genannten Jahr oder der genannten Sorte. Geschmacksangaben folgen den EU-Grenzen. Für Ried, Gemeinde und DAC gelten die Regeln des Weingesetzes und der jeweiligen Gebietsverordnung.

  • Jahrgang: mindestens 85 % der Trauben aus diesem Jahr.
  • Sorte: mindestens 85 %; bei mehreren Sorten zusammen 100 % in absteigender Reihenfolge.
  • „trocken“, „halbtrocken“, „lieblich“, „süß“: EU-Grenzen für Restzucker und Säure.
  • Ried und Gemeinde: nur mit der passenden Herkunftsstufe des Gebiets.
  • „Bio“: EU-Bio-Logo und Kontrollstellencode (AT-BIO-…).

Was gilt für Heurigen und Ab-Hof-Verkauf?

Für abgefüllte Flaschen, die ab Hof oder beim Heurigen verkauft werden, gelten alle Etikettierungsregeln, auch Zutaten und Nährwerte. Für offen ausgeschenkten Wein gelten die Regeln für nicht vorverpackte Lebensmittel; dort sind vor allem die Allergene anzugeben, etwa auf der Karte oder mündlich mit Hinweis.

Wie bereiten österreichische Weingüter den Export vor?

Mit Blick auf Sprache und nationale Pflichten der Zielländer. Für Deutschland passt das österreichische Etikett meist ohne Änderung. Für Benelux, Skandinavien, Italien oder Frankreich braucht es mindestens Allergene und E-Label in der Landessprache.

  1. Zielländer und Importeure je Wein auflisten.
  2. Allergene und das Wort „Zutaten“ in den Sprachen der Zielländer ergänzen.
  3. E-Label-Seite mehrsprachig einrichten.
  4. Nationale Pflichten prüfen: Italien Umweltkennzeichnung, Frankreich Schwangeren-Hinweis.
  5. Etikett vor dem Druck prüfen lassen. Übersicht: Weinetikett für den Export.

Aufgedruckt oder per QR

Angabe · Auf dem gedruckten Etikett · Darf hinter den QR-Code
AngabeAuf dem gedruckten EtikettDarf hinter den QR-Code
Brennwert (kJ / kcal)JaVollständige Tabelle: ja
Allergene (z. B. Sulfite)JaNein, bleibt aufgedruckt
ZutatenverzeichnisOder per QRJa
Vollständige NährwertdeklarationOder per QRJa
Alkohol, Nennvolumen, Kategorie, HerkunftJaNein
Werbung, Tracking, Cookies—Nie auf der E-Label-Seite

Verordnung (EU) 2021/2117, für Weine, die ab dem 8. Dezember 2023 erzeugt wurden.

Fragen von Winzern

Muss die Prüfnummer auf das E-Label?

Nein. Sie gehört auf das gedruckte Etikett, das E-Label enthält Zutaten und Nährwerte.

Was muss auf ein österreichisches Weinetikett?

Die EU-Pflichtangaben (Kategorie, Alkohol, Volumen, Herkunft, Abfüller, Los, Allergene, Brennwert, Zugang zu Zutaten und Nährwerten) und bei Qualitätswein Weinbaugebiet oder DAC sowie die staatliche Prüfnummer.

Muss „Enthält Sulfite“ auf österreichischen Wein?

Ja, bei mehr als 10 mg/l Schwefeldioxid, also bei fast jedem Wein. Die Angabe steht auf dem Etikett, nicht nur hinter dem QR-Code.

Wer prüft österreichische Weinetiketten?

Die Bundeskellereiinspektion bei Kontrollen in Betrieb und Handel. Eine Vorabgenehmigung von Etiketten gibt es nicht.

Brauche ich in Österreich ein E-Label?

Sie brauchen Zutaten und Nährwerte. Das E-Label ist der Weg, sie nicht aufdrucken zu müssen; Pflicht ist es nicht.

Gilt die EU-Regel auch für Heurigen und Ab-Hof-Verkauf?

Für abgefüllte Flaschen, die verkauft werden, ja. Für offen ausgeschenkten Wein gelten andere Regeln.

Quellen

Auswahlkriterien: Wir zitieren zuerst amtliche Texte (EUR-Lex, nationale Rechtsportale), dann benannte Erhebungen mit Herausgeber.

Aktualisiert am 2. November 2026 vom Team WineLex