Was muss für Frankreich zusätzlich aufs Etikett?
Französisch für alle Pflichtangaben mit Text, das Schwangeren-Piktogramm oder der entsprechende Warnsatz und, je nach Verpackung, Hinweise zur Mülltrennung. Alkohol, Volumen, Los und Brennwert bleiben wie in Deutschland.
| Angabe | Deutschland | Frankreich |
|---|---|---|
| Allergene | Enthält Sulfite | Contient des sulfites |
| Wort beim QR-Code | Zutaten | Ingrédients |
| Herkunft | Deutscher Wein | Vin d'Allemagne / Produit d'Allemagne |
| Schwangerschaft | Nicht vorgeschrieben | Pflicht: Piktogramm oder Warnsatz |
| Mülltrennung | Nicht auf dem Etikett | Je nach Verpackung, Regeln für Glas beachten |
| E-Label | Auf Deutsch | Auf Französisch |
Geschützte Namen und traditionelle Begriffe werden nicht übersetzt.
Wie muss das Schwangeren-Piktogramm aussehen?
Frankreich verlangt seit 2007 auf jeder Flasche mit Alkohol einen Hinweis für Schwangere: das bekannte Piktogramm (durchgestrichene Silhouette einer Schwangeren mit Glas) oder den Satz „La consommation de boissons alcoolisées pendant la grossesse, même en faible quantité, peut avoir des conséquences graves sur la santé de l'enfant“ (Arrêté vom 2. Oktober 2006, gestützt auf Artikel L3322-2 des Code de la santé publique).
Der Hinweis muss im selben Sichtfeld stehen wie der Alkoholgehalt. Die Vorgaben zu Größe, Kontrast und Farbe des Piktogramms sollen überarbeitet werden; wir prüfen den aktuellen Stand vor jedem Druck, statt hier eine Maßangabe zu nennen, die sich bald ändert.
Braucht eine Weinflasche in Frankreich das Triman-Logo?
Für Glasflaschen gelten bei Triman und Info-tri Sonderregeln, die sich in den letzten Jahren mehrfach geändert haben. Für Kapsel, Karton oder Geschenkverpackung kann eine Kennzeichnung nötig sein. Wir prüfen, welche Kennzeichnung Ihre Verpackung braucht, statt pauschal ein Logo zu empfehlen.
Wer in Frankreich direkt an Verbraucher verkauft, etwa über einen Onlineshop, unterliegt außerdem der erweiterten Herstellerverantwortung für Verpackungen. Das betrifft Registrierung und Abgaben, nicht das Etikett.
Die französische Fassung für französische Weingüter: Étiqueter un vin en France.
Wer kontrolliert in Frankreich?
Die DGCCRF, die französische Behörde für Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfung, kontrolliert die Etikettierung im Handel. Dazu gehören auch die neuen Zutaten- und E-Label-Angaben. Auch Verbraucherverbände wie CLCV veröffentlichen Erhebungen zu fehlerhaften QR-Codes.
Wie sieht die französische Fassung eines deutschen Rückenetiketts aus?
Am Beispiel eines Spätburgunder Qualitätswein aus Baden: Zahlen und geschützte Namen bleiben, die Textangaben werden französisch, und der Schwangeren-Hinweis kommt dazu. Zutaten und Nährwerte stehen auf der französischen E-Label-Seite.
| Deutsch | Französisch |
|---|---|
| Qualitätswein Baden | Qualitätswein Baden (Name der g.U. bleibt) |
| Erzeugnis aus Deutschland | Produit d'Allemagne |
| Abfüller: Weingut … | Mis en bouteille par : Weingut … |
| Enthält Sulfite | Contient des sulfites |
| E (100 ml) = 312 kJ / 75 kcal | E (100 ml) = 312 kJ / 75 kcal |
| Zutaten und Nährwerte | Ingrédients et valeurs nutritionnelles |
| (nicht vorgeschrieben) | Schwangeren-Piktogramm oder Warnsatz |
Fiktives Beispiel. Die Rebsorte „Spätburgunder“ darf bleiben; „Pinot noir“ ist als Synonym zulässig, wenn die Regeln für Rebsortennamen eingehalten werden.
Was gilt beim Direktversand an Kunden in Frankreich?
Etikettierung wie im Handel und Pflichtangaben auf der Produktseite vor dem Kauf (Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, Art. 14). Dazu kommen die französischen Verbrauchsteuern und Sozialabgaben auf Alkohol, die im Fernabsatz über einen Steuervertreter abgeführt werden, sowie die Pflichten aus der erweiterten Herstellerverantwortung für Verpackungen.
Für kleine Mengen an Privatkunden ist das aufwendig. Viele deutsche Weingüter beliefern Frankreich deshalb über Händler oder Weinclubs, die diese Pflichten bereits erfüllen. Das Etikett muss in beiden Fällen französisch sein.
Reicht ein zweisprachiges Etikett für Deutschland und Frankreich?
Ja, wenn Platz ist. „Enthält Sulfite · Contient des sulfites“ und „Zutaten · Ingrédients“ passen auf ein normales Rückenetikett, das Schwangeren-Piktogramm ebenfalls. Viele Weingüter drucken es für alle Märkte, weil es in Deutschland zulässig ist und eine zweite Fassung spart.
Die E-Label-Seite zeigt dann Deutsch und Französisch, mit Auswahl nach Browsersprache. Für Belgien ist dieselbe Fassung nützlich, weil Französisch dort in Wallonien und Brüssel gilt.
Welche Schritte für den ersten Export nach Frankreich?
- Französische Zeile für Allergene und das Wort „Ingrédients“ beim QR-Code ergänzen.
- Schwangeren-Piktogramm im selben Sichtfeld wie den Alkoholgehalt platzieren.
- E-Label-Seite auf Französisch einrichten.
- Kennzeichnung von Kapsel, Karton und Geschenkverpackung klären.
- Etikett vor dem Druck prüfen lassen.
Fragen von Winzern
Darf ich das Schwangeren-Piktogramm auch auf Weine für Deutschland drucken?
Ja. Es ist in Deutschland nicht vorgeschrieben, aber zulässig. Viele Weingüter drucken es auf alle Etiketten, um nur eine Fassung zu brauchen.
Wie heißt „Enthält Sulfite“ auf Französisch?
„Contient des sulfites“ oder „contient de l'anhydride sulfureux“. Die Angabe steht auf dem Etikett in Französisch.
Ist das Schwangeren-Piktogramm in Frankreich Pflicht?
Ja, auf jeder Flasche mit Alkohol, die in Frankreich verkauft wird: das Piktogramm oder der entsprechende Warnsatz, im selben Sichtfeld wie der Alkoholgehalt.
Gilt das Schwangeren-Piktogramm auch für Belgien?
In Belgien ist es nicht in derselben Form vorgeschrieben. Es ist zulässig und wird oft mitgedruckt, wenn ein Etikett für Frankreich und Belgien dient.
Brauche ich in Frankreich einen Importeur auf dem Etikett?
Nein, innerhalb der EU nicht. Es genügt der Abfüller. Ein Händler kann zusätzlich genannt werden.
Quellen
Auswahlkriterien: Wir zitieren zuerst amtliche Texte (EUR-Lex, nationale Rechtsportale), dann benannte Erhebungen mit Herausgeber.
- Regulation (EU) No 1308/2013 (EUR-Lex)
- Regulation (EU) No 1169/2011 (EUR-Lex)
- Regulation (EU) 2021/2117 (EUR-Lex)
- CLCV, wine labelling survey, September 2025 (PDF)
Aktualisiert am 2. November 2026 vom Team WineLex
